
Vida e Luz – Nothilfe für die Opfer der Überschwemmungen in Mosambik
12. Februar 2026
Überschwemmungen in Mosambik weiten sich aus – Hilfe wird dringender
30. März 2026
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30. März 202610 Jahre „Pharmacy in Global Health“ – ein unvergleichlicher Kurs
März 2026
229 Teilnehmende, 110 Projektarbeiten und 87 Referentinnen und Referenten: Das ist die beeindruckende Bilanz des Kurses „Pharmacy in Global Health“, der 2016 von Prof. Lutz Heide an der Universität Tübingen ins Leben gerufen wurde. Zum zehnjährigen Jubiläum waren auch zahlreiche ehemalige Teilnehmende und Referierende eingeladen, um ihre Erfahrungen zu teilen und aktuelle Entwicklungen zu diskutieren.
Ina Donat von Apotheker ohne Grenzen Deutschland gab Einblicke in die Rollen und Kompetenzen von Apothekerinnen und Apothekern in der humanitären Hilfe und bei Katastropheneinsätzen. Grundlage hierfür bildet das von der Fédération Internationale Pharmaceutique (FIP) entwickelte Global Humanitarian Competency Framework, das zentrale Kompetenzen für pharmazeutische Fachkräfte im humanitären Kontext beschreibt.
Ein weiteres Thema war die sichere Herstellung von Krebsmedikamenten. Diese Arzneimittel sind krebserregend, mutagen und reproduktionstoxisch, weshalb ihre Zubereitung unter strengen Sicherheitsvorkehrungen erfolgen muss. Während spezialisierte Labore und Sicherheitswerkbänke in Europa selbstverständlich sind, fehlen solche Strukturen in vielen Ländern. Am Kilimanjaro Christian Medical Centre in Tansania wurde daher – aufbauend auf der Arbeit von Peter Vollmer (Deutsches Institut für Ärztliche Mission, Difäem) – ein akkreditierter Zertifikatskurs in Onkologischer Pharmazie durchgeführt. Ernest Gandor, Mitglied von Apotheker Helfen e.V., begleitete im vergangenen September den zweiten Kurs fachlich vor Ort.
Christine Häfele-Abah vom Difäem stellte zudem eine aktuelle Untersuchung zur Qualität von Zytostatika in Tansania vor. Die beprobten Arzneimittel werden am Chemischen und Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe analysiert. Die Ergebnisse sollen in Kürze veröffentlicht werden.
Dr. Tobias Bünder von der GIZ berichtete über Initiativen mehrerer afrikanischer Länder, die eigene Arzneimittelproduktion zu stärken. Insbesondere während der COVID-19-Pandemie wurde deutlich, wie groß die Abhängigkeit von Herstellern auf anderen Kontinenten ist. Gerade bei Impfstoffen waren viele afrikanische Länder benachteiligt.
Für die Sicherstellung der Arzneimittelqualität ist außerdem eine leistungsfähige Zulassungsbehörde entscheidend. Kornelia Flämig vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) erläuterte Programme zur Unterstützung afrikanischer Behörden beim Aufbau von Standards und Kompetenzen. Ein Train-the-Trainer-Ansatz ermöglicht es dabei, Fachwissen nachhaltig und breit weiterzugeben.
Frauke Heller, ehemalige Kursteilnehmerin und heute bei medico international tätig, widmete sich der Frage, wie Arzneimittelinnovationen auch für Länder mit begrenzten Ressourcen zugänglich gemacht werden können. Diskutiert wurden alternative Modelle jenseits von Patentschutz, Exklusivität und hohen Preisen sowie Möglichkeiten, Innovationen stärker am globalen Bedarf auszurichten.
Die Einblicke in die Vielfalt pharmazeutischer Aufgaben in Entwicklungszusammenarbeit und humanitärer Hilfe sind in dieser Form einzigartig in Deutschland.
„Nächste Kursrunde 2027“ – Anmeldung bald möglich
Auch 2027 wird es eine weitere Auflage des Kurses geben. Vom 8. bis. 17. März 2027. Die Anmeldung wird demnächst über die Website der Universität Tübingen (Fachbereich Pharmazie) möglich sein. Der Kurs richtet sich vor allem an Apothekerinnen und Apotheker und umfasst in der Regel eine mehrtägige Veranstaltung mit einer einwöchigen Präsenzphase in Tübingen sowie drei zusätzlichen Online-Tagen mit Referierenden aus dem globalen Süden. Vermittelt werden praxisnahe Inhalte für Einsätze in internationalen Gesundheitsprojekten und Krisensituationen. Der Kurs ist von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg mit Fortbildungspunkten anerkannt und unterstreicht damit seine hohe professionelle Relevanz.



